Raffiniert erzählt, rasant zu lesen: Die Theaterwelt als Bild der ganzen Gesellschaft – mit ihren überlebensgroßen Charakteren, Intrigen und Eifersüchteleien. Aber auch mit ihren versöhnlichen Seiten und der Einsicht, dass nichts so schnell verweht wie der Ruhm.
Alle sind sie unterwegs – zur Gedenkfeier für Simon Muthesius, einen einst glanzumstrahlten Regisseur und Intendanten: Karl, Muthesius’ Sohn, der seinen Frieden mit ihm zu machen versucht; Beat, der Dramaturg, der auf der Strecke blieb; Petra, die ihren scheinbar untreuen Mann wiederzusehen hofft; und Nathalia, die durch ihn zum Star wurde und bisweilen recht divenhaft agiert; Siegfried, einst zutiefst beleidigt, als der Verstorbene ihm das Talent zum Opernsänger absprach – aber jetzt in einem anderen Leben glücklich; oder Shadgi, die zugewanderte Iranerin, der Muthesius half, von der Putzfrau zur Maskenbildnerin aufzusteigen. Durch all ihre Augen erzählt Alain Claude Sulzer in seinem vielstimmigen Roman.
Manche der Anreisenden kennen sich nicht, andere sich gegenseitig nur zu gut. Und einige der vielen großen und zum Teil gekränkten Egos, die bald aufeinandertreffen werden, haben sogar noch Rechnungen offen …