Der Mensch ist ein absurdes Tier. Ferdinando Galiani

Die Verwandlung der Dinge
Eine Zeitreise von 1950 bis morgen

1963, als der Erstklässler Bruno Preisendörfer aufgeregt seinen ersten Schulweg antrat, hing an seinem Schulranzen noch ein Wischläppchen für seine Schiefertafel, gerechnet wurde mit Stift und Rechenschieber, Musik hörte man im Radio oder auf LP und nur 14% der Bevölkerung hatten ein Telefon – die Preisendörfers gehörten nicht dazu, einen Fernseher gab es bei ihnen daheim auch nicht und auch keine Schreibmaschine, mit der man z. B. das Manuskript zu diesem Buch hätte schreiben können.

Mit einer Mischung aus Irritation, Faszination und verschmitztem Staunen lässt Preisendörfer die rasante Entwicklung Revue passieren, die seinem persönlichen Alltag im Laufe weniger Jahrzehnte widerfuhr. Manchmal mit ein wenig Nostalgie, manchmal fasziniert, immer aber mit Neugier und dem Bewusstsein, dass auch jede Zukunft nur allzu bald ihre Vergangenheit hat.

Preisendörfer wäre dabei nicht Preisendörfer, beleuchtete er nicht mit wachem Blick und stilistischer Raffinesse, was die jeweiligen Kulturtechniken mit ihren Benutzern machten und wie sie sich auf das jeweilige Sozialgefüge auswirkten – wenn sich die gesamte Familie um einen Fernseher versammelt, lebt man anders, als wenn jeder ein Tablet hat; mit physischen LPs war Musikhören etwas anderes als mit Streamen; und wenn jeder ein Handy hat, entwickelt sich auch kein erbitterter Kampf um das einzige Telefon mehr.

Bestsellerautor Bruno Preisendörfers nächste Zeitreise: Auf der Spur der Philosophie der Alltagsgegenstände und dem, was sie mit uns machen.

Marcel Proust musste ein Gebäck auf der Zunge zergehen lassen, um seine Kindheit wiederzufinden. Wir haben Bruno Preisendörfer. Walter van Rossum, Deutschlandfunk
Wahrscheinlich könnte jeder von uns seine ganz persönliche Biografie der großen und kleinen Lebensabschnittsgeräte schreiben. Preisendörfer hat es mit einer Akribie und assoziativen Detailliebe getan, die staunen macht.  Marc Reichwein, WELT

News
Poe: Unheimliche Geschichten
Illustrierte Buchreihe

Edgar Allan Poes düsterste Erzählungen, illustriert von der großartigen Kat Menschik: Nie sahen die Poe’schen Abgründe so verlockend schön aus!

Ein Herz, das nicht aufhören will zu schlagen. Eine rachsüchtige Katze mit nur einem Auge. Ein teuflisches Männchen auf einem Glockenturm, das die 13. Stunde schlägt und alle Ordnung aus den Fugen bringt: All diese finster-faszinierenden Elemente aus Poes Erzählungen scheinen geradezu auf Kat Menschik gewartet zu haben, um von ihr in alptraumschöne Bilder verwandelt zu werden. Drei dieser düsteren Erzählungen von Schuld und Untergang, die dereinst Fjodor Dostojewski auswählte und mit einem Nachwort versah, bilden den neuen Band in Kat Menschiks Reihe illustrierter Lieblingsbücher.

Kat Menschik zeichnet mit kongenialer Lust am Schauder und einem Blick für Details, der den Erzählungen eine ganz neue Ebene hinzufügt – einen doppelten Boden sozusagen, unter dem vielleicht ein unermüdliches Herz schlägt.

Edgar Allan Poe, drei Erzählungen – Die schwarze Katze, Das verräterische Herz, Der Teufel im Glockenturm -, neu übersetzt von Steffen Jacobs, ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Fjodor Dostojewski, einem seiner größten Fans.

Pappband mit lackierter Neonfarbe, mit zwei Echtfarben gedruckt, Rundumfarbschnitt.

Kat Menschik ist als Virtuosin nur unzureichend verklärt. Ein wunderschönes, zerbrechliches Bändchen. (...) Sehr empfehlenswert. Ulf Poschardt, Literarische Welt
Kat Menschik hat mit ihren Bildern das Delirium der Texte so tadellos umgesetzt, dass es den Betrachter spätestens jetzt angenehm gruselt. Und Edgar Allan Poe lässt seine Leser bereits in jene Abgründe der Psyche blicken, die Sigmund Freud erst ein halbes Jahrhundert später beschreiben würde.  Tanya Lieske, Deutschlandfunk

News
Der Welterkunder
Auf der Suche nach Georg Forster

Georg Forster ist eine der faszinierendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er war Weltumsegler, Revolutionär, Freidenker, Naturkundler und Philosoph. Sein Leben ist so dramatisch wie reich, schon als junger Mann war er als Mitreisender bei James Cooks zweiter Weltumseglung dabei, als Revolutionär rief er die Mainzer Republik mit aus und organisierte – per Haftbefehl gesucht und von der vernichtenden Reichsacht bedroht – vom revolutionären Paris aus den Schutz der belagerten Stadt. Kein Wunder, dass er vor diesem Erfahrungshintergrund die Welt in vielem anders sah als seine Zeitgenossen. Seinen frühen Tod fand er in Paris, er starb ausgezehrt an einer Krankheit, um ihn herum tobte gerade der Terror der Guillotinen.

Mit einer von seinem Vorbild inspirierten Neugier suchte Frank Vorpahl nach Spuren Forsters – in Archiven in aller Welt und an Orten, an denen Forster sich aufhielt. Er traf Reiseforscher, Geschichts- und Politkenner, Biologen, Ökologen, Sprachwissenschaftler, aber auch Fischer auf der Osterinsel, Bio-Drogen-Dealer auf Tonga und die angeblich letzten Kannibalen auf Tanna. Im Laufe der Jahre fand er dabei Erstaunliches: unbekanntes Archivmaterial, Reste der Cook’schen Expedition, vergessene Texte, unbekannte Zeichnungen. Detailgenau registriert er, wie verschiedene Weltgegenden sich seit Forsters Zeiten änderten. Zudem bildet er sich sein ganz eigenes Bild des Autors.

Ein opulentes illustriertes Buch, in dem sich historische und ethnologische Forschung mit sehr persönlichen Reiseerlebnissen verbinden. (...) Vorpahls Kompass ist die Radikalität Forsters, dessen vorurteilsfreier Blick. Reinhold Jaretzky, 3sat Kulturzeit
Ein Glücksfall, dass in Vorpahls Buch journalistischer Reisebericht, historischer Rückblick und Forschungsarbeit kreativ zusammentreffen.  Torsten Harmsen, Berliner Zeitung

Wer andern eine Bombe baut
Thriller

Cool, britisch und ziemlich raffiniert: Ein Thriller über einen gewissenlosen Auftragsterroristen – voller Esprit und schwarzem Humor und mit einem atemberaubenden Showdown in den schottischen Highlands.

War’s das für Raymond Ash? An der Uni träumten er und sein Kumpel Simon von einer Zukunft als Rockstar, stattdessen hat er jetzt, mit Mitte 30, ein schreiendes Baby und einen neuen Job als Lehrer an der Backe – und Simon ist seit drei Jahren tot. Kein Wunder, dass Ray seinen Augen nicht traut, als er ihn am Glasgower Flughafen sieht. Und dann geschehen auf einmal Dinge, die seltsamer und brutaler sind als jedes von Rays geliebten Computerspielen.

Gemeinsam mit der Polizistin Angelique de Xavia (bekannt aus Die hohe Kunst des Bankraubs) gerät er in sich immer schneller überschlagende Ereignisse, und die beiden müssen über sich hinauswachsen, um einen Terroranschlag zu verhindern, den der “neue”, sehr sehr böse Simon verüben will. Nur: was ist überhaupt das Ziel der Attacke? Die Spur führt in die schottischen Highlands …

Eine böse und hochkomische Satire (...), garniert mit sehr schottischem schwarzen Humor nach dem Muster des Films 'Trainspotting'. (...) Terrorismus trifft auf die Tücken des Erwachsenwerdens. Grandios."  Lore Kleinert, BÜCHER Magazin
Ein Feuerwerk von schwarzem Humor und ätzendem Sarkasmus. Brookmyre packt den Leser mit seinem Witz und seiner Schlagfertigkeit.  Tages-Anzeiger

"Mehr ein Weltteil als eine Stadt"
Berliner Klassik um 1800 und ihre Protagonisten

Eine spannende Reise in eine bislang viel zu wenig beleuchtete Welt: Der erste umfassende Überblick über die kulturelle Blütezeit Berlins zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Das Zentrum der deutschen Klassik ist ganz sicher nicht nur Weimar. Der Berliner Germanist Conrad Wiedemann hat dazu eine Diskussion angestoßen, aber diese Einsicht setzt sich in Deutschland nur langsam durch. Sie gewinnt aber an Boden.

Hier das um den Fürstenhof konzentrierte Weimar. Dort die viel unübersichtlichere, vielfältige und sich selbst suchende Bürgerkultur Berlins. Dabei war schon damals klar, dass in Berlin mehr Freiheit und deutlich mehr Dynamik herrschten. Hier wurde das erste, jedem Zuschauer frei zugängliche Nationaltheater gebaut, hier entstand eine rege Salon- und Debattenkultur, in der jüdische und christliche Denker, Kaufleute und Offiziere, Bürger und Adlige im Geist der Aufklärung miteinander diskutierten. Hier schreibt Karl Philipp Moritz einen der ersten psychologischen Romane der Weltliteratur, hier gründete Heinrich von Kleist die erste täglich erscheinende Abendzeitung, hier entstand der erste nicht an den Hof gebundene, gemischt singende Chor der Welt. Hier, in der Stadt des Aufbruchs, werden die Ideen zu einer modernen Universität und für das humanistische Gymnasium entwickelt.

Haller-Nevermann erzählt anhand von Personen die Geschichte nicht nur einer Stadt im Aufbruch, sondern auch des Bürgertums dieser Stadt, das die gewonnenen Erkenntnisse und Freiheiten hinaustragen wird ins Land.  Dennis Grabowsky, Tagesspiegel

Werkausgabe
Tristram Shandy - Empfindsame Reise, Tagebuch des Brahmanen, Satiren, kleine Schriften - Briefe

Laurence Sterne: Zum 250. Todestag des Urvaters des modernen Romans die erste deutsche Werkausgabe. Mit zahlreichen Erst- und Neuübersetzungen; komplett übersetzt vom vielfach preisgekrönten Michael Walter, prächtig ausgestattet.

Sternes Romane lesen sich heute noch so modern, überraschend und unglaublich komisch wie vor 200 Jahren und sind seit Erscheinen Grundbestand jedes guten Bücherschranks. Freilich: außer dem Ewigkeitsklassiker Tristram Shandy und der Empfindsamen Reise gab es seit langer Zeit kaum etwas von ihm zu lesen. Und das, obwohl es einige kleine wunderbare Nebenwerke, und nachgelassene Schriften gab – und er zudem als einer der großen Briefautoren seiner Zeit gilt.

Michael Walter, der in diesem Jahr mit dem Europäischen Übersetzerpreis ausgezeichnet worden ist, hat nicht nur seine bisher bestehenden Übersetzungen nochmals überarbeitet – er hat auch Werke wie das Fragment in der Art des Rabelais, das Journal für Eliza, Sternes Selberlebensbeschreibung und alle Briefe Sternes (auf die dieser z. T. großen literarischen Ehrgeiz verwendete) ins Deutsche übertragen.

Sterne, endlich (und erstmals) in seiner ganzen literarischen Breite!

Das ist so irr und wirr und wahr und witzig, dass man auch nach 250 Jahren kaum glauben mag, dass das da wirklich so steht.
  Hans von Trotha, Die Zeit
Sterne zählt zu den ganz Großen der Weltliteratur. Seine Werke sind Klassiker für die Ewigkeit.   Michael Langer, Deutschlandfunk
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 in der Kategorie Übersetzung - Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis des Europäischen Übersetzerpreises der Stadt Offenburg 2018
Abifeier

Die Abifeier: der perfekte Ort für das Familienscharmützel.

Der Schriftsteller Eric Nil hat sie selbst durchlebt und durchlitten.
Und darüber einen scharfsinnigen, bitter-ironischen Bericht geschrieben, der allen zum Auflachen verhilft, die beim nächsten Familienfest auch zwischen vielen Stühlen sitzen müssen.

Die Abifeier von Tochter Nora steht an. Alle wollen das Beste. Doch in einer Zeit, in der Familien sich immer mal in ihre Einzelteile auflösen, die sich dann wiederum mit anderen Einzelteilen zu neuen, irgendwie familienähnlichen Gebilden zusammenschließen, kann so eine Abifeier schon mal zu einem emotionalen Schlachtfeld werden. Und am Ende kommt es zum Schlimmsten.

So jedenfalls schätzt der Ich-Erzähler die Lage ein. Und er beschließt, sich zu wappnen. Denn eins ist klar: Dass der Sohn seiner neuen Freundin Johanna ein Schulkamerad von Nora ist und ebenfalls im Abi steckt, macht die Sache nicht gerade einfacher.

Zwangsläufig wird seine Ex auf der Abifeier zum ersten Mal Johanna begegnen, und auch er wird erstmals mit Johannas Ex zusammenstoßen. Und das ist noch nicht alles: Sein Sohn Alex hat seit Jahren nicht mit ihm gesprochen. Doch der Schwester zuliebe hat er seine Teilnahme an der Abifeier angekündigt …

Ätzend und herrlich komisch. (...) Selten hat jemand die Untiefen einer Patchworkfamilie bissiger und komischer auf den Punkt gebracht als Eric Nil. (...) Der Mann kann höllisch gut schreiben. Kester Schlenz, stern
Eine wunderbare, eine großartige Geschichte. Ich habe es unglaublich gerne gelesen.
 Christine Westermann, Frau tv

Die Orient-Mission des Leutnant Stern

Die wahre Geschichte von Leutnant Edgar Stern, der 1914 eine als Zirkus getarnte Truppe von 14 muslimischen Gefangenen nach Konstantinopel schmuggelte, um den Sultan als Verbündeten zu gewinnen.

Niemals hätte sich der jüdische Leutnant Edgar Stern im Sommer 1914 träumen lassen, dass er im gerade beginnenden Ersten Weltkrieg der Hauptakteur eines kuriosen Plans werden würde, der Deutschland einen schnellen Sieg bringen sollte: Wenn es gelänge, dass der türkische Sultan für das befreundete Deutsche Reich den Dschihad ausruft und sich darauf hin alle Muslime – vor allem die in den Kolonien – gegen die britischen und französischen Gegner erheben, müsste die Schlacht schnell entschieden sein. Um die Gunst des Sultans zu gewinnen, wollte man einige muslimische Kriegsgefangene feierlich in Konstantinopel freilassen. Doch mussten diese Kriegsgefangenen dazu möglichst unauffällig durch halb Europa geschleust werden. Und dazu brauchte man einen wie Edgar Stern. Eins war klar: Die Reise würde nicht nur für Stern ein großes Abenteuer werden.

Mit seinem neuen Buch ist Jakob Hein ein kleines Kunststück gelungen: Er schreibt einen historischen Roman, der aktueller nicht hätte sein können - und der ebenso relevant ist wie amüsant.
 Vanessa Loewel, rbb Stilbruch
Man spürt bei diesem historischen Thema, wie sehr es von heute handelt: die Fluchtgeschichten, die Glaubensfragen, der Antisemitismus - alles das wirkt unglaublich gegenwärtig. (...) Unverständlich, dass dieses Buch nicht unter den Nominierten für den Leipziger Buchpreis ist. (...) Für mich das Buch des Frühjahrs.  Rayk Wieland, MDR Kultur

Ende der Paraden
Die große Roman-Tetralogie jetzt als E-Book

Ein Markstein der europäischen Literaturgeschichte – vergleichbar mit Prousts Suche nach der verlorenen Zeit und Joyce’ Ulysses. Und eine der größten Liebes- und Eifersuchtstragödien des 20. Jahrhunderts – Ford Madox Fords große Roman-Tetralogie Ende der Paraden.

England, unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs: Christopher Tietjens ist ein perfekter englischer Gentleman mit nahezu unmenschlicher Selbstbeherrschung – zum Glück, denn andernfalls wäre er vermutlich schon längst zum Mörder geworden. Seine impulsive Frau Sylvia lässt keine Gelegenheit aus, ihn lächerlich zu machen, zu demütigen und zu erniedrigen.

Ihr Furor gilt seiner standesgemäßen Selbstlosigkeit, seiner perfekt abgeschotteten Gefühlswelt – kurz: jener Englishness, die seinem Leben in einer immer intriganter und korrupter werdenden Umwelt Halt und Form gibt. Je unnahbarer er sich gibt, desto wütender wird Sylvia. Tietjens flieht in den Weltkrieg. Im Bombenhagel glaubt er sich in Sicherheit – aber Sylvia verstrickt ihn in einen fürchterlichen Zweifrontenkrieg.

Ein Name beginnt Gestalt anzunehmen – die Gestalt eines Jahrhundertautors im Rang derer, neben denen er bisher immer nur genannt wurde: Henry James, Joseph Conrad, Ezra Pound, Virginia Woolf, James Joyce und Ernest Hemingway. Die Zeit
Fords Roman ist grandiose Weltliteratur, und man wünscht sich, dass ihn viele Leser entdecken. Deutschlandfunk

Best
seller
Wiener Straße

Ein großer Roman voll schräger Vogel in einer schrägen Welt. Derbe, lustig und bizarr wie seine Protagonisten.

Wiener Straße beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen.

Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstausstellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen.

Außer einen!

Wer könnte böser und zugleich lustiger und liebevoller darüber schreiben als Herr-Lehmann-Erfinder Sven Regener?

Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis

Aber es ist doch alles wieder neu und frisch und anders. Regener wirft eine grandios lustige Dialogschleudermaschine an, die einen das Staunen lehrt. (…) So schön, kaputt, schlapp und wunderbar blödsinnig kann das reale Kreuzberg gar nie gewesen sein. Wolfgang Höbel, Literatur Spiegel
Die Dialoge sind großartig, die Sprache sehr rhythmisch und die verschiedenen Erzählperspektiven gelungen. Genau so mag man das Lehmann-Universum.  Zita Bereuter, FM4
Monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste!
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Verborgene Chronik 1915-1918

Nach der Euphorie: ein Stimmengewitter aus der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Eine Montage aus über hundert bisher unveröffentlichten Tagebüchern aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gibt ein erschütterndes, atemberaubendes und stark ins Nachdenken bringendes Bild des ersten großen Weltenbrandes.

Die Verborgene Chronik ist eine gewaltige Collage von Originalzeugnissen von Front- und Etappensoldaten, Rekruten, Arbeiterfrauen, Kindern, sorgenden Familienmitgliedern, Ärzten, Stabsoffizieren, Krankenschwestern, propagandistischen Pressemeldungen, Altoffizieren, Kriegswitwen, Militärgeistlichen, Kriegsgefangenen u.v.m., die ihre Hoffnungen, Eindrücke und Ängste unzensiert und völlig offen ihren Tagebüchern anvertrauten. In bisher ungekannter Authentizität und Direktheit zeigt sich in ihnen die verwirrende Vielfalt und Ungleichzeitigkeit der die Biografien der Schreiber existenziell erschütternden Eindrücke.

Von der Mobilmachung bis zur Niederlage entsteht so ein Echolot jener Tage: Trennungsschmerz und patriotisches Hoch, Todesangst und Heldenmut, Freudengesänge und das nackte Grauen stehen unmittelbar nebeneinander. Geschichte von unten erzählt und gleichzeitig ein großartiges Zeitzeugnis.

Exner und Kapfer ist es gelungen, einen Schatz der Erinnerungen zu heben, durch den wir ganz spürbar in die von den Zeitgenossen erfahrene Geschichte eintauchen können. (...) Die 'Chronik' versammelt Momentaufnahmen voller Authentizität und Lebendigkeit, bei aller Morbidität, die jene Kriegs- und Krisenzeit stets überwölbt. FAZ
Ein Jahrhundertwerk der Mentalitätsforschung. (...) Die Dokumentation des Kriegsalltags von Lisbeth Exner und Herbert Kapfer bietet historische Aufklärung von unten und verdient viele Leserinnen und Leser. taz

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Liebeskunst

“Sollte die Kunst zu lieben jemandem fremd sein, dies Gedicht les er und liebe gekonnt.”

Skandalumwittert, als Kamasutra der Antike verschrien, als zynischer Dating-Ratgeber verkannt, als große Dichtung verehrt: Ovids Liebeskunst.

Schon dass er ein Buch über die Kunst der Verführung in der hehren Form eines “Lehrgedichts” schrieb, mag manchen Zeitgenossen empört haben. Ovid selbst gab an, die Liebeskunst habe zu seiner Verbannung aus Rom beigetragen – der sich bis zu seinem Tod nach der Pracht Roms zurücksehnende Dichter starb im Exil am Schwarzen Meer.

Wie kaum ein anderes Werk der Antike ist die Liebeskunst gesättigt mit Details der römischen Alltags- und Vorstellungswelt – die Kommentare von Tobias Roth, Asmus Trautsch und Melanie Möller lassen ein plastisches Bild des antiken Rom entstehen und stellen Leben, Dichten und Denken im goldenen Zeitalter dar. Der besondere Clou dieser Ausgabe: Ähnlich den kunstvoll gestalteten Büchern der Renaissance, in der Ovid wiederentdeckt wurde, ist der Kommentar um den Text herum gesetzt. So kann man Ovids Gedicht und den Kommentar mit einem Blick erfassen.

Zum 2000. Todesjahr Ovids: sein großes Lehrgedicht über die Liebe in einer prächtigen, grandios kommentierten Ausgabe – aufwendig gestaltet, zweifarbig gedruckt, in Leinen und mit Halbschlaufe.

Seit Eduard Nordens unvergänglichem Kommentar zum sechsten Buch der 'Äneis' ist nichts Vergleichbares erschienen. Ovids 'Liebeskunst' mit dem so profunden wie beseelten Kommentar ist von bleibender Brisanz. Sie wird immer neu aktuell sein. Und so wirkt sie im Moment wie ein umfassender Diskussionsbeitrag zu den Initiativen #MeToo und der französischen Reaktion in 'Le Monde'. Horst Bredekamp