Verborgene Chronik 1915-1918


Nach der Euphorie: ein Stimmengewitter aus der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

»Was Walter Kempowski mit seinem Echolot für den Zweiten Weltkrieg schuf, ist nun auch für den Ersten Weltkrieg realisiert worden.« NZZ

»Eine atemberaubende, multiperspektivische Nahaufnahme des Ersten Weltkriegs, wie sie nicht im Geschichtsbuch steht und stehen kann« wurde schon der vergleichsweise bescheidene Auftaktband der Verborgenen Chronik genannt – jetzt wird das Großprojekt vervollständigt: Eine Montage aus über hundert bisher unveröffentlichten Tagebüchern aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gibt ein erschütterndes, atemberaubendes und stark ins Nachdenken bringendes Bild des ersten großen Weltenbrandes.

Die Verborgene Chronik ist eine gewaltige Collage von Originalzeugnissen von Front- und Etappensoldaten, Rekruten, Arbeiterfrauen, Kindern, sorgenden Familienmitgliedern, Ärzten, Stabsoffizieren, Krankenschwestern, propagandistischen Pressemeldungen, Altoffizieren, Kriegswitwen, Militärgeistlichen, Kriegsgefangenen etc., etc., die ihre Hoffnungen, Eindrücke und Ängste unzensiert und völlig offen ihren Tagebüchern anvertrauten. In bisher ungekannter Authentizität und Direktheit zeigt sich in ihnen die verwirrende Vielfalt und Ungleichzeitigkeit der die Biografien der Schreiber existenziell erschütternden Eindrücke.

Von der Mobilmachung bis zur Niederlage entsteht so ein Echolot jener Tage: Trennungsschmerz und patriotisches Hoch, Todesangst und Heldenmut, Freudengesänge und das nackte Grauen stehen unmittelbar nebeneinander. Geschichte von unten erzählt und gleichzeitig ein großartiges Zeitzeugnis.



Pressestimmen

Die von Lisbeth Exner und Herbert Kapfer ausgewählten 1500 Einträge ergeben ein eindrucksvolles Mosaik persönlicher Reflexionen. Ein Buch, das nicht analytisch erklärt, warum es zum großen Völkergemetzel kam, aber das verstörende Einblicke in die Gefühlswelt der Zeitzeugen bietet. Hans-Peter Kastenhuber, Nürnberger Nachrichten
Ein Jahrhundertwerk der Mentalitätsforschung. (...) Die Tagebuchnotizen bilden ein facettenreiches, insgesamt bestürzendes Mosaik von Kriegserfahrungen in ihrer ganzen Bandbreite zwischen unvorstellbarer Grausamkeit, subjektiver Verblendung und alttäglicher Banalität. (...) Die Dokumentation des Kriegsalltags von Lisbeth Exner und Herbert Kapfer bietet historische Aufklärung von unten und verdient viele Leserinnen und Leser. Rudolf Walther, taz
Exner und Kapfer ist es gelungen, einen Schatz der Erinnerungen zu heben, durch den wir ganz spürbar in die von den Zeitgenossen erfahrene Geschichte eintauchen können. (...) Die ‘Chronik’ versammelt Momentaufnahmen voller Authentizität und Lebendigkeit, bei aller Morbidität, die jene Kriegs- und Krisenzeit stets überwölbt. Alexander Gallus, FAZ