Unhaltbare Zustände


Vom Wagnis, gesehen zu werden.

Ein Roman über einen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt und dabei ins Wanken gerät.

Zwei Tage sind sie hinter Papier versteckt, dann werden die sieben großen Schaufenster feierlich enthüllt – und lassen die Waren des alteingesessenen Quatre Saisons in neuem Glanz erstrahlen. Für diese Momente lebt und arbeitet Schaufensterdekorateur Stettler, und das schon mehrere Jahrzehnte. Nun, mit knapp sechzig, wird ihm überraschend ein jüngerer Kollege zur Seite gestellt – ein Rivale, ein avisierter Nachfolger, ein Feind!

Stettlers Welt beginnt zu bröckeln. Es ist das Jahr 1968, und es bröckelt auch sonst alles, die jungen Leute tragen Bluejeans und wissen nicht mehr, was sich gehört. Am Münsterturm hängt auf einmal eine Vietcong-Fahne. Stettler ist entsetzt. Immer mehr fühlt er sich bedroht, spioniert dem Rivalen sogar nach, sinnt auf Rache. Es ist auch ein zähes Ringen mit der Zeit und mit dem Alter, bei dem Stettler nur verlieren kann.

Allein mit einer von ihm bewunderten Radiopianistin, Lotte Zerbst, wechselt er Briefe und fühlt sich nicht so verloren. Er hofft sogar auf eine Begegnung …


Termine

Lesung: Alain Claude Sulzer Unhaltbare Zustände
Termin12. November 2019, 19:00 Uhr
Ort Walter-Benjamin-Platz 2
10629 Berlin
VeranstaltungGeistesblüten
InfoLesung: Stefan Kurt und Alain Claude Sulzer
Lesung: Alain Claude Sulzer Unhaltbare Zustände
Termin13. November 2019
Ort Güntzelstr. 45
10717 Berlin
VeranstaltungBuchhandlung Ferlemann und Schatzer
Lesung: Alain Claude Sulzer Unhaltbare Zustände
Termin19. November 2019
Ort Dorfstrasse 46
3778 Gstaad
VeranstaltungHotel Ermitage Schönried
InfoModeration: Luzia Stettler
Lesung: Alain Claude Sulzer Unhaltbare Zustände
Termin14. Januar 2020, 19:30 Uhr
Ort Strubergasse 23
5020 Salzburg
VeranstaltungLiteraturforum Leselampe
Lesung: Alain Claude Sulzer Unhaltbare Zustände
Termin22. Januar 2020, 19:30 Uhr
Ort Mellingerstrasse 19
5400 Baden
VeranstaltungStadtbibliothek


Pressestimmen

Fein, fast altmodisch, sehr genau und hinreißend erzählt. Elke Heidenreich, WDR 4
Ein klug komponierter Roman mit Sympathie für seine Figuren und detaillierter Kenntnis von Zeitgeist und Stil der Sechzigerjahre geschrieben. (...) Aus dem Blickwinkel eines Schaufensterdekorateurs eröffnet uns Sulzer eine ungewöhnliche Perspektive. Hadwiga Fertsch-Röver, hr2-Kultur
Das ist eine Romanfigur, die man nicht so schnell vergisst; wunderbar, wie Sulzer dieses kleingehaltene und etwas mutlose Leben beschreibt und gegen die gnadenlos heranrollende Welt des Wandels und der vermeintlichen Modernität stellt, die sich ja selbst schon ihrer Kurzlebigkeit bewusst ist.
Das Tolle ist, dass die Geschichte, selbst wenn das wahrlich kein literarischer Maßstab ist, grell in unsere Zeit hineinleuchtet. Irgendwie erleben wir vermutlich alle gerade, dass unsere Art, Schaufenster zu schmücken, ob in Büchern, Artikeln oder Essays, schon von neuen Bewegtbildern überholt wird. Wie auch immer: Alain Claude Sulzer ist ein fabelhaftes, elegantes und poetisches Buch gelungen. Hilmar Klute
Das Buch erzählt davon, wie eine Welt auseinanderbricht. Das fährt den Menschen umso mehr in die Knochen, als es eine Welt betrifft, die seit Menschengedenken war, wie sie gerade noch ist – und gleich nicht mehr sein wird. (...) Diesen Kippeffekt lässt Sulzer seine Leser an sich selber spüren: Sie erkennen sich selbst in der Sprache und in der Denkungsart des Romans – und werden brachial aus dieser schönen Behaglichkeit hinausgeworfen. Roman Bucheli, NZZ
Ein köstliches Buch, ein wahrer Lesegenuss! Dass Alain Claude Sulzer mit diesem Buch mit einer Nomination für den Schweizer Buchpreis 2019 beehrt wird, ist mehr als verdient. Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch
Es ist eine Prosa mit Patina, und sie passt seinem Helden wie der geliebte Mantel, der durch jahrelangen Gebrauch fadenscheinig geworden ist. Sie schreitet im gemächlichen Schritt voran, nur in wenigen Szenen zum Trab beschleunigt. Rhythmus und Vokabular verhalten sich kongenial zu diesem Helden. (...) “Unhaltbare Zustände” ist die perfekte Rekonstruktion eines Denkens und Fühlens, das wir uns kaum mehr vorstellen können, obwohl gerade 50 Jahre vergangen sind. Martin Ebel, Tages-Anzeiger
Sulzer erzählt ohne falsches Mitleid, dafür mit echter Sympathie. Mit einer Anteilnahme, in der sanft Ironie vibriert. (...) Der bislang beste Roman von Alain Claude Sulzer. Er ist bis ins Kleinste durchkomponiert. Er verkündet keine Moral, sondern ist von sich aus moralisch, indem er Kleines groß macht. Er stemmt sich gegen den Mainstream des Neumodischen. Ein Reaktionär ist er nicht. Christine Richard, Basler Zeitung
Sulzer bändigt [die Vergangenheit] in einem Stil und einer Dramaturgie, die sich an das klassische Erzählmodell des 19. Jahrhunderts halten. So bekommt sein neuer Roman, in dessen konservativer Eigengesetzlichkeit alles ‘stimmt’, den Nimbus von etwas Überzeitlichem und Parabelhaftem. Martin Grzimek, Deutschlandfunk
Ein wunderbar elegant-melancholischer Roman über einen Mann, über den die Zeit hinwegzurollen scheint. Jochen Kürten, Deutsche Welle
Alain Claude Sulzer ist ein kluger, feinfühliger und bisweilen schalkhafter Roman gelungen, der sichtbar macht, was der Wandel für den Einzelnen bedeuten kann – damals wie heute. Felix Münger, SRF Kultur, 52 beste Bücher
Ein feinfühliger Roman. (...) Wer feine Beobachtungen und Formulierungskunst zu schätzen weiß, findet in ‘Unhaltbare Zustände’ ein wunderbares Buch. Stefan Keim, WDR 4
Sulzer gelingt ein einfühlsames Porträt, das mit satirischen Zügen den Mentalitätswandel der Zeit wie unter der Lupe einfängt. (...) Denn hier schreibt der virtuose Menschenversteher Alain Claude Sulzer. (...) Man könnte Sulzer denn auch als Thomas Mann der Schweizer Gegenwartsliteratur bezeichnen, was man auch wegen beider Talent zur Ironie als Lob auffassen muss. Hansruedi Kugler, Tagblatt
Alain Claude Sulzer beschreibt die Verweigerung der modernen Welt mit leisem Humor, aber auch mit viel Empathie für die seelischen Erschütterungen seines Protagonisten, der sich plötzlich überflüssig fühlt. Kulturtipp