Macht

Roman


Noch nie war Liebe so finster und Weltuntergang so unterhaltsam.

Frauen haben die Regierung an sich gerissen, Pillen geben ewige Jugend, religiöse Endzeitsekten schießen wie Pilze aus dem Boden und ein genervter Mann kettet seine Frau kurzerhand im Keller an …

Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein 50-jähriges Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe ›Ehrlich‹. Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige, und als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate von Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt?

Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ehemalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Kraftwerkstilllegung und Atommüllentsorgung, die er seit zwei Jahren in seinem Keller gefangen hält. Dort muss sie ihm seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sich seine Frau vom Hals zu schaffen, löst Sebastian eine Katastrophe nach der anderen aus...


Termine

Lesung: Karen Duve Macht
Termin07. Juli 2016
Ort Potsdam
VeranstaltungInstituts für Klimafolgenforschung
Infoim Rahmen des Literaturfestivals lit:potsdam (7.-10.7.2016)


Pressestimmen

Eine spannende, beklemmende, zugleich unglaublich komische Dystopie, in der sich die großen Probleme unserer Zeit, vom Klimawandel über Flüchtlingsströme bis zum religiösen Fanatismus, spiegeln. Der erhobene Zeigefinger, den man anfangs in Duves Erzählhaltung zu erkennen glaubt, scheint bei näherer Betrachtung doch eher ein Mittelfinger zu sein. Rolling Stone
Der kalte, sezierende Blick der Schriftstellerin, die angetreten ist, das Prinzip Hoffnung zu schleifen, erzeugt einen ungeheuren Tiefensog, dem man sich nicht entziehen kann. Auch wenn man die Dystopie nicht teilt, entwickelt der feministische Albtraum einen ganz besonderen Bann. Tages-Anzeiger
20 Jahre nach ihrem ersten Roman, ist die Rabiateste aus der einstigen Fräulein-Riege kaum noch komisch und nur noch konsequent, in Form wie Inhalt. (...) Duve steigt in die Keller der Fritzls und die Köpfe der Breiviks dieser Welt. Was wird, wenn das Primat des einen Geschlechts ernsthaft erschüttert wird? Drehen die dann ganz durch? Drehen die noch mehr durch als schon heute die Gattenmörder und Amokläufer, die Nazis und Islamisten? Mit Furor dekliniert Duve es bis zum bitteren Ende durch – gönnt den Leserinnen aber immerhin eine überraschende Schlusspointe. Emma
Ein Roman wie ein Schlag ins Gesicht. Karen Duve provoziert und unterhält so herrlich böse, dass man beim Lesen seine Aggressionen ausleben kann. BILD
Duve inszeniert einen Machtkampf zwischen Mann und Frau, Mensch und Umwelt. Ihre Dystopie lotet die Grenzen dessen aus, was ich mir zumuten will. Ein radikales Buch! emotion
Der Roman entfaltet alleine durch die ihm zugrunde liegende Wut und Schärfe einen solchen Drive, dass er über alle Stolpersteine hinwegrast. Falter
Der Psychothriller Macht pendelt zwischen Heiterkeit und Brutalität – und hält einige Überraschungen bereit. Mopo.de
Ein düsterer Abgesang aufs Abendland [ist dieser Roman], überspitzt und bitterböse. […] Karen Duve mutet uns einiges zu. Das liest sich teilweise sehr lustig, teilweise finster. Karen Duve: eine tolle Frau. Und ihr Roman Macht beschäftigt mich immer noch. NDR Kulturjournal
Bisweilen ist all das – und man schämt sich, es zuzugeben – sehr komisch, weil brillant geschrieben. (...) So köstlich, dass man vor Lachen weinen möchte. Der Freitag