Die Erfindung des Nordens

Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung


Der Norden: Mythos und Sehnsuchtsort
Bernd Brunner erkundet die Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung.

Für die einen eisgefrorenes Niemandsland voll kampflustiger Wikinger, für die anderen Wiege der Zivilisation: Der Norden war schon immer Projektionsfläche für allerlei Fantasien. Bernd Brunner beleuchtet, wie sich das Bild des Nordens über die Jahrhunderte gewandelt hat.

Lange erschöpfte sich das, was man über den Norden zu wissen glaubte, in Gerüchten und obskuren Reiseberichten – barbarische Wikingerhorden, ewiges Eis und unwirtliche Landschaften prägten viele Jahrhunderte das Bild. Doch die Wahrnehmung änderte sich, spätestens ab dem 18. Jahrhundert, als etwa das Interesse an nordischer Mythologie erwachte und Werke wie die Edda und Ossians Dichtungen als nördliche Gegenstücke zu antiken griechischen Schriften gelesen wurden – sowohl von den von der »reinen Urkraft des Nordens« angetanen Romantikern als auch jenen, die sich mehr zur Klassik hingezogen fühlten. Aus dieser Faszination entstand auch die Theorie, dass die »Urheimat der Germanen« im Norden liege (und Helgoland die Hauptstadt von Atlantis sei) – eine Idee, die in der kultischen Verehrung alles Nordischen durch die Nazis einen irregeleiteten Höhepunkt fand.

Bernd Brunner unternimmt einen faszinierenden Streifzug durch Kultur- und Wissenschaftsgeschichte. Was er dabei zusammenträgt, reicht von den Wikingern bis zu IKEA und von Eiszeitrelikten bis zu schmelzenden Gletschern, wirft einen spannenden Blick auf wagemutige Forschungsexpeditionen wie auf allerlei bizarre Auswüchse – und verändert damit nicht nur den Blick nach Norden, sondern den Blick auf die Welt.



Pressestimmen

Brunner hat die Geschichte von der Antike bis heute aufbereitet – kenntnisreich und unterhaltsam. Thomas Kahlcke, NDR Schleswig-Holstein Magazin
Ein kundiger Autor mit weitem Horizont, der ähnlich spannende Bücher schreibt wie einst der Historiker Wolfgang Schivelbusch. Revierpassagen
Man schlägt dieses Buch auf und verspürt sofort einen unwiderstehlichen Sog zum Thema Norden. Thomas Gralla, rbb zibb
Ein lesenswertes Buch, das sich der Himmelsrichtung kulturwissenschaftlich nähert. FAS
Profund recherchiert und glänzend geschrieben. Eine herrliche Fundgrube. Eine 300-seitige sehr vielfältige und sehr anregende Reise durch den hohen Norden. Katharina Borchardt, SWR2
Ein kundiger Autor mit weitem Horizont, der ähnlich spannende Bücher schreibt wie einst der Historiker Wolfgang Schivelbusch. Revierpassagen
In 29 Kapiteln reist Brunner durch Wissens- und Wissenschaftsgeschichte. (...) Eine unterhaltsame, auch lehrreiche, aber nicht durchweg systematische Anordnung. Alexander Diehl, taz
Das Buch zeigt die unterschiedlichsten Facetten der Projektionsfläche ‘Norden’: als Mythos und Sehnsuchtsort, eisgefrorenes Niemandsland oder Wiege der Zivilisation. Eine unterhaltsame, faszinierende und zugleich lehrreiche kulturgeschichtliche Betrachtung des Nordens. G/Geschichte
Ein Reisebuch, ein Stöberbuch, ein Buch, das dazu verführt, selbst auf literarische, auf wissenschaftliche Spurensuche zu gehen. Martina Boette-Sonner, BR Diwan
Ein kurzweiliges Buch ... Brunner beschreibt die Vorstellungen vom ‘Norden’ seit der Antike, beschäftigt sich mit Mythen, Reisebeschreibungen und fatal einflussreichen Vordenkern. Matthias Hannemann, FAZ
Bernd Brunner hat nicht nur all die romantischen Verklärungen, sondern auch reichlich Faktisches für „Die Erfindung des Nordens“ zusammengetragen und arbeitet sich sehr unterhaltsam in 29 kurzen Kapiteln durch die „Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung“. Hamburger Abendblatt
Bernd Brunner hat das Seemannsgarn zu einer spannenden Kulturgeschichte verdichtet. Philipp Rimmele, ZDF aspekte
Plötzlich schwärmt alles von den Reizen finnischer Wälder oder isländischer Gletscher. Höchste Zeit also für Bernd Brunners Buch..., das die Kulturgeschichte dieser Himmelsrichtung erzählt. Uwe Wittstock, Focus