Der verstrahlte Westernheld und anderer Irrsinn aus dem Atomzeitalter


Eine Bilanz des Schreckens.
Von verlorenen Wasserstoffbomben, verschwundenem Uran und unkontrollierbaren Technologien

Nicht erst seit Fukushima weiß die Menschheit, dass Atomtechnologie nie völlig kontrollierbar sein wird. Welche ungeheuren Mengen atomaren Materials auf der Welt aber vorhanden sind, wie fahrlässig man damit umging und es teilweise immer noch tut, welche greifbaren Gefahren davon drohen – das wissen die Wenigsten.
War es anfangs noch Unwissen, das Menschen und Regierungen dazu brachte, ganze Landstriche unbewohnbar zu machen (Bikini, sowjetische Testgelände, Nevada), bizarre Versuche vorzunehmen oder zu planen (die Erzeugung künstlichen Wetterleuchtens oder die Sprengung eines zweiten Panama-Kanals mittels 300 Atombomben) oder immer größere, gefährlichere und wahnsinnigere Waffen zu bauen (Atombombe, Wasserstoffbombe, Kobaltbombe), so liegt heute die Gefahr in der schieren Menge im Umlauf befindlichen Materials, von dem man oft gar nicht mehr weiß, wo es sich überhaupt befindet. Neben einer irgendwo im Eis vor Grönland verloren gegangenen Wasserstoffbombe fehlen laut Schätzungen weitere 30–40 Kernwaffen, und in Kasachstan liegen auf einem riesigen Testgelände verstreut viele Kilos waffenfähiger Stoff frei herum. Rudolph Herzog zieht jetzt erstmals Bilanz – er beschreibt die kurze, aber verheerende Geschichte des Umgangs der Menschen mit atomarem Material. Der Atomausstieg in Deutschland ist vor diesem Hintergrund nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Herzog führt drastisch vor Augen, dass ein öffentliches Bewusstsein für die globale Problematik dringend angesagt ist.



Pressestimmen

Rudolph Herzog beschreibt anhand besonders prägnanter Fälle, wie über 40 Jahre lang naive Technikgläubigkeit, skrupelloses Machtstreben und kindisches „Will auch haben“ (auch bekannt als „Gleichgewicht des Schreckens“) die damaligen Großmächte zu einem Wettlauf in der militärischen wie zivilen Nutzung der Kernenergie trieben. Der Falter
Rudolph Herzog beschreibt die absurden Blüten des Atomzeitalters mit so viel Galgenhumor, dass sie fast schon amüsant wirken – wären sie nicht so bitter, verheerend und nachhaltig real. (…) Eine eindringliche und gut formulierte Warnung vor Allmachtsfantasien und blindem Fortschrittsglauben. dpa
Herzogs Sammlung der ungeheuerlichsten Geschichten liest sich als Tour de Force über einen Atlas der verseuchtesten Orte unserer Welt. Berliner Zeitung