Postskriptum


Alain Claude Sulzers virtuoser Roman über einen großen Filmstar in der Einsamkeit des Exils und die Wirren der europäischen Katastrophe.

Lionel Kupfer, allseits umschwärmter Filmstar der frühen Dreißigerjahre, ist ins Hotel Waldhaus in Sils Maria gereist, um sich auf seine nächste Rolle vorzubereiten. Doch die Ereignisse überschlagen sich. Kupfer sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass er als Jude in Deutschland unerwünscht ist. Der Vertrag für seinen nächsten Film wird aufgelöst. Die schlechte Nachricht überbringt ihm ausgerechnet Eduard, sein Liebhaber, dessen gefährliche Nähe zu den neuen Machthabern immer offenkundiger wird. Lionel Kupfer ist gezwungen, zu emigrieren.
Doch muss er nicht nur Eduard verlassen, sondern auch einen jungen Schweizer Postbeamten namens Walter, der sich ins Hotel eingeschmuggelt hat, in der Hoffnung, dem von ihm verehrten Filmstar leibhaftig zu begegnen. Er kommt ihm dabei näher, als er je zu hoffen wagte.
Wir folgen nicht nur Lionel ins Exil nach New York, wo er als Schauspieler nicht richtig Fuß fassen kann, sondern auch dem zwielichtigen Kunsthändler Eduard und dem jungen Postbeamten aus Sils.
Innerhalb einer Zeitspanne von fünfzig Jahren begegnen wir Menschen unterschiedlicher Herkunft, deren Wege sich kreuzen, die sich manchmal für wenige Tage sehr nahekommen, um dann wieder auseinandergerissen zu werden. Doch obwohl sie sich aus den Augen verlieren, vergessen sie einander nicht.


Termine

Lesung: Alain Claude Sulzer Postskriptum
Termin08. Juli 2016
Ort Sils Maria
VeranstaltungHotel Waldhaus


Pressestimmen

Großes Kino: Liebe, Drama, Zeitgeschichte, Gut und Böse, und schließlich sogar ein unerwartetes Happy End. Ein ausgesprochen lesenswerter Roman. Lesart
Sulzer erzählt so virtuos, dass dieses Buch einen Sog entwickelt, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Brigitte
Mit sicherem Gespür für biografische Abgründe führt Sulzer seine Figuren durch ein halbes Jahrhundert. Und immer geht es bei Sulzer um die Liebe – als Unmöglichkeit, als Illusion und schicksalhafte Fügung. (…) Und Sulzers vielbeschworene Leichtigkeit? Es gibt sie auch in diesem Roman aus düsterer Zeit. Frank Vorpahl, aspekte
Durch literarische Zurückhaltung entfaltet der Roman eine plastische Tragik, die ganz ohne reißerisches Pathos von den Grausamkeiten des nationalsozialistischen Systems erzählt. NDR
Ein kleines Zauberkunststück aus der Welt großer Lebenskünstler. Michael Braun, Kölner Stadtanzeiger
Mit Verlaub – dies ist ein Meisterwerk. Siegfried Schibli, Basler Zeitung
Rasant erzählt und klug komponiert. (…) In den kleinen Geschichten des allmählichen Verschwindens, die der Roman erzählt, schwingt auch das andere, das monströse Verschwinden in diesem aus den Fugen geratenen 20. Jahrhundert mit: so wortlos gegenwärtig, dass dieser andere Schrecken nur in gelegentlichen Andeutungen stumm zwischen den Zeilen lauert. Roman Bucheli, NZZ