Levi


Levi hat auf der Beerdigung seiner Mutter die Urne geklaut. Jetzt versteckt er sich auf einem Hausdach mitten in Berlin.

Zwar wohnt ein paar Stockwerke unter seinem Lager immer noch sein Vater, aber von dem hat er noch nie viel mitbekommen. Und nach der Sache mit der Urne kann er sich sowieso nicht mehr blicken lassen.

Tigerschatten springen zwischen den Dächern, sitzen Levi im Nacken und streifen um die Urne – derselbe Tiger, der seine Mutter getötet hat, davon ist Levi überzeugt, auch wenn er in letzter Zeit viel zu schnell erwachsen werden musste und es eigentlich besser weiß. Im Kampf mit dem Verlust sucht der Junge sich seine eigenen Verbündeten: Da ist der mysteriöse Vincent, der mit ihm durch die Stadt fährt und im selben Haus wohnt, aber bis auf ein paar zwielichtige Geschäfte kaum etwas von sich preisgibt. Und Kolja, der Kioskbesitzer, für den Gedächtnisschwund noch immer die beste Art ist, sein Leben zu bewältigen – ausgelöst durch jede Menge Whiskey. Aber die Erinnerungen tauchen genauso hartnäckig aus der Vergangenheit auf wie Koljas Bilder aus seiner Zeit als Kriegsfotograf, die er in einem Hinterzimmer seines Kiosks immer noch entwickelt.


Termine

Lesung: Carmen Buttjer Levi
Termin09. Oktober 2019
Ort Leonhardstraße 29a
38102 Braunschweig
VeranstaltungRaabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
Lesung: Carmen Buttjer Levi
Termin18. Oktober 2019, 19:30 Uhr
Ort An der Stadtkirche 1
64283 Darmstadt
VeranstaltungStadtkirche Darmstadt
InfoDebüt-Abend, zusammen mit Tom Müller und Doris Anselm


Pressestimmen

Dieses druckfrische Debüt von Carmen Buttjer ist in meinen Augen lohnenswert wegen der Lebendigkeit und Frische und vor allem wegen des Mutes, diese emotionale Geschichte poetischer und assoziativer zu erzählen als gewöhnlich. Ich hatte so viel Freude beim Lesen dieses Textes, dass ich sehr gespannt bin, was wir in Zukunft von der Autorin lesen werden. Jörg Petzold, FluxFM
Ein Sound, der an Salinger und Mark Twain denken lässt. ... Ein eindrucksvoller Großstadtroman, eine Odyssee mit großartigen Bildern. ... Levi ist verletzlich, entschlossen und die liebenswerteste Figur, die seit Wolfgang Herrndorfs ‘Tschick’ die literarische Bühne betreten hat. Nicole Henneberg, FAZ
Man kann tatsächlich nur staunen: über das Tempo. Über den Ton. Über die Einfälle, die da mit einer Selbstverständlichkeit, wie sie nur ein Elfjähriger aufbringen kann, hintereinanderweg übereinanderpurzeln. ... So entsteht ein sehr spezifisches Menschen-Panorama aus dem gegenwärtigen Berlin, in dem jeder – vom Kind über den erfolgreichen Anwalt bis zum Migranten – zwar an traumatischen Erfahrungen weit mehr zu bewältigen hat, als er eigentlich verarbeiten kann. In dem es aber immerhin Geschichten und Sätze gibt, die für den Moment alle Schwärze aufheben, die trösten können. Frauke Meyer-Gosau, Süddeutsche Zeitung
Atmosphärisch so dicht, dass es fast wehtut. Alina Bronsky