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Werkausgabe Band 4, Autobiographisches


Das tragische Werk eines komischen Genies.

Die Werkausgabe des grandiosen Sprachartisten, neu übersetzt und angereichert mit viel bislang nicht auf Deutsch veröffentlichtem Material.

Beinahe wäre Charms’ Werk ins Räderwerk der Geschichte geraten: Bis in die späten 80 er Jahre hinein waren die Texte dieses Genies des Komischen und Absurden in der Sowjetunion verboten. Der Autor selbst verhungerte 1942 in stalinistischer Gefangenschaft, nach Jahren politischer Verfolgung. Nur durch Glück und den Einsatz eines Freundes wurden seine Kurzgeschichten, Gedichte, Theaterstücke und Notizen vor dem stalinistischen Terror-Regime gerettet. Über die letzten Jahrzehnte konnte so sein Nachlass aufgearbeitet werden. Auf dieser Grundlage basiert die erste deutsche Werkausgabe, die in der Übersetzung von Beate Rausch und Alexander Nitzberg Charms nicht nur als Meister des Satirisch-Grotesken und Absurden, sondern auch als großartigen Sprachartisten und urkomischen Nonsens-Künstler neu entdeckt, ein russisches Gegenstück zu Ringelnatz. Charms’ Figuren stolpern durch die Idiotie ihres Alltags, fallen oder lösen sich gar auf. Dabei trifft der kafkaeske Nonsens, der in der Diktatur als ein verzerrtes Abbild der Wirklichkeit gelesen wurde, mitten hinein in das allgemein Menschliche.

Die vorliegende Werkausgabe ist die bei Weitem umfassendste Sammlung von Charms’ Texten in deutscher Sprache und bietet vieles erstmals in deutscher Übersetzung.



Pressestimmen

Nun kommt der “richtige” Daniil Charms! Einer, den sie aus seiner akademischen Sperrholz-Verpackungskiste befreit haben … und der eine ganz und gar überzeugende Figur macht, wie er, auf seinem Schrank sitzend, Gedichte rezitiert oder diese schrägen Prosastücke, über die man sich halb kranklacht, ohne recht zu wissen, warum! Deutschlandradio Kultur
Die Prosa … von Daniil Charms in der Übersetzung von Beate Rausch ist ein schaurig-schönes Vergnügen. FAZ
Die Übersetzungen in dieser schön gestalteten Ausgabe lesen sich gut. Sie gewähren den Blick auf ein Leben und Werk, das imprägniert ist vom Leiden unter totalitärer Herrschaft. Wie ein Nachtwandler, angstvoll träumend und zugleich hellsichtig, ist Charms durch den Albtraum des großen Terrors gegangen. Die Wahrheit der Sowjetunion ist wohl nirgends so klar und illusionslos beschrieben worden wie im Werk von Charms. Literarische Welt