Bücher

Irena Brežná

Die undankbare Fremde

Roman

Verlag Galiani Berlin
140 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Euro 16,99 (D) / sFr 24,90 / Euro 17,50 (A)

ISBN 978-3-86971-052-5

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Tanz auf der Rasierklinge

»Meine Mutter ist stark wie eine Kakerlake«, sagte der Junge. »Eine Kakerlake zu Hause und eine in der Fremde ist nicht dasselbe«, meinte die Psychologin.

»Wir ließen unser Land im vertrauten Dunkel zurück und näherten uns der leuchtenden Fremde.« Im Jahr 1968 beginnt Irena Brežnás Roman, der auf engstem Raum Verletzung und Aufbegehren, Spott und Hohn, schwarzen Humor, Poesie, Menschlichkeit und Versöhnung vereint.

Die Erzählerin verschlägt es in die Schweiz, einen sicheren Hafen von bizarrer Saturiertheit, ein von Zäunen verstelltes Paradies voller Ordnungshüter und Kehrmaschinen – zu viel Widerspruch für ein Mädchen wie sie. Schon bei der Einreise wird ihr Name vom Grenzer verstümmelt. Ab dann muss sie gezwungenermaßen unter falscher Flagge segeln und vermisst im kalten, gleißenden Licht der Fremde die unfreie, schmuddelige Geborgenheit der Heimat. Als Heranwachsende rebelliert sie gegen das Gastland, das sie unter seine Regeln zwingt und sie nicht sie selbst sein lässt. Nach vielen Zusammenstößen findet sie einen Ausweg …

Wie Mini-Romane, Kondensate paradoxen Lebens, sind Szenen durch das gesamte Buch gestreut, in denen die Erzählerin als Dolmetscherin zwischen Emigranten und Behörden fungiert. Sie trifft auf eine Phalanx von Gestrandeten, die hoffen, etwas aus ihrem Leben machen zu können: Kleine Diebe, Depressive, Schlawiner, Kriegsflüchtlinge, Ausgebeutete, Überangepasste und Naive.

So ungeschützt und schonungslos gegen sich und andere hat noch keiner über die Emigration geschrieben – ein kleiner Roman mit großer Sprengkraft, ein Lebensbuch.

Pressestimmen


Großes Interview mit Irena Brežná in der Zeit, einfach klicken.

»Für dieses Buch besteht eine absolute Leseempfehlung! Nicht weil die Schweiz ein Land wäre, das man mehr als andere kritisieren müsste, auch wenn das Buch dort einigen Staub aufgewirbelt hat und die Autorin tatsächlich, wie im Buchttitel vorhergesehen, als undankbare Fremde empfunden wurde. (…) Es geht vielmehr darum, dass wir alle aus diesem Buch Gewinn ziehen können.«
Daniela Weiland, Bayerisches Fernsehen, LeseZeichen

»Sie brauchte Jahrzehnte, um dieses Buch schreiben zu können. Jetzt ist es da. Und es wird die Migrationsdebatte in der Schweiz verändern. (…) Es ist die brillant geschriebene Geschichte einer Identitätsfindung zwischen Anpassung und Widerstand. So schonungslos, wütend und erkenntnisreich hat noch nie eine hiesige Migrantin über ihr Dasein in der Fremde geschrieben.« Peer Teuwsen, DIE ZEIT, Schweiz

»Vierzig Jahre Erfahrungen als weltoffene Reporterin und Schriftstellerin vermitteln der literarischen Aufarbeitung ein starkes Profil. Das Buch lebt von der sprachlichen Genauigkeit und dem klaren Blick. Die Frauen der Migration haben die Schweizer Literatur bereichert, vielleicht sogar erneuert. Neben Ilma Rakus und Melinda Nadj Abonji schreibt auch Irena Brežná in der höchsten Liga.« FAZ

»In diesem Buch können wir natürlich vieles von unseren westlichen Neurosen wiedererkennen – was sie hier zeigt, ist das es keine EU genormten Mentalitäten gibt, sie zeigt wie Mentalitäten in Europa aufeinander stoßen, wie schmerzhaft das ist und das Anpassung nicht nur etwas ist, was die leisten müssen, die in das Land kommen, sondern etwas ist, was natürlich auch die Gastgeber leisten müssen, das dieser Anpassungsdruck […] nicht alles sein kann, das kann man in diesem Buch sehr schön lernen. […] Es ist ein sehr mutiges Buch.« Iris Radisch, Literaturclub

» Die undankbare Fremde liest sich amüsant, temperamentvoll und wunderbar ungerecht.« Die Zeit, Deutschland

»Irena Brežná trifft zweifellos einen menschlich-selbstverständlichen, politisch aber umso brisanteren Punkt in der aktuellen Integrationsdebatte.« NZZ

»„Aber ich bleibe eine Nomadin”, lächelt Irena Brežná, die ihrer Fremd-Heimat Schweiz mit ihrem Buch nun das Dokument einer Auseinandersetzung geschenkt hat, wie sie sich leidenschaftlicher nicht denken lässt.« Aargauer Zeitung

»In den Jahren, als Irena Brezna in die Schweiz kam, galt der Slogan Das Private ist politisch. Man könnte ihn noch weiterführen: das Politische ist persönlich. Dieses Buch ist beides. Und dafür muss man der Autorin, die ihre Fremdheit souverän bis heute hochhält, dankbar sein.« Basler Zeitung

» Die undankbare Fremde ist ein Roman. Das gilt es zu betonen. Breznás Buch arbeitet pointiert eine kritische Sicht heraus. Es taugt somit nicht zum Skandal. Auch die Erzählerin neigt am Ende zur Versöhnlichkeit mit der neuen Heimat. Nur eines will sie sich auch dann nicht nehmen lassen: das Recht auf Fremdheit. Dieses Recht ist unabdingbarer Teil einer besseren Welt.« Schweizerische Depeschen Agentur

»Der Roman ist eine ebenso witzige wie sprachlich brillante „Nestbeschmutzung“, der in der Schweiz für einige Aufregung gesorgt hat.« ORF, Wolfgang Beyer

» Die undankbare Fremde ist ein bewegendes Buch, das überzeugt.« Die Presse

»Den glänzend geschriebenen, oft sehr komischen autobiografischen Text unterbricht die Autorin Irena Brežná gelegentlich: mit Erlebnissen, die sie als Übersetzerin von Asylsuchenden in der Schweiz und den zuständigen Behörden hat. Diese beiden Textstränge ergänzen sich zu einem eindrucksvollen Bild der Schweiz und der Immigration in dieses reiche Land.« 20 Minuten

»Die Schärfe der erinnerten Beobachtung führt immer wieder zu trefflichen Formulierungen. Mit ihren pointierten Sätzen und ihrer auftrumpfenden Haltung hat Irena Brežná einen eigenen Platz in der mittlerweile dicht besetzten «Ankunft in der Schweiz»-Literatur gefunden.« Tages-Anzeiger und Der Bund

»Die bissigste der widerspenstigen Schweizer Integrationsgeschichten.« Berliner Zeitung

»Ein brisantes Buch.« Hannover: Neue Presse

»In ebenso subtil wie provokant gestalteten Episoden schildert Die undankbare Fremde , wie aus der trotzigen jungen Emigrantin, die dem neuen Land nichts weiter abgewinnen kann als verzweifelte Sehnsucht nach der verlorenen Geborgenheit, eine selbstbewusste „Emigrazia“ wird, die sich die Fremdsprache zu eigen macht, um heimisch zu werden in Zwischenräumen.« Saarbrücker Zeitung

»Irena Breznas radikaler Einwanderungsroman „Die undankbare Fremde“ geht mit der Schweiz hart ins Gericht. Schonungslos berichtet sie von den Tücken der Migration.« Hannoversche Allgemeine

» Die undankbare Fremde hat eher essayistischen Charakter. Ironisch hält sie darin den freundlichen, ordentlichen, bescheidenen und demokratischen EidgenossInnen den Spiegel vor, der nicht immer ein schmeichelhaftes Bild zurückwirft.« Wochenzeitung

»Als interkulturelle Vermittlerin trägt sie mit ihrem Roman außergewöhnliche und bedenkenswerte Aspekte zur Diskussion ums Thema Migration bei, weshalb ihrem Buch eine große Verbreitung zu wünschen ist.« Flensburger Tageblatt

» Die undakbare Fremde ist der brisanteste Roman über die Schweiz dieses Frühjahrs. Noch nie wurden mit solcher Schärfe schweizerische Eigenheiten und Umgangsformen auf den Punkt gebracht.« Solothurner Literaturtage

»Dieses Buch ist eine ernsthafte und zauberhafte Auseinandersetzung mit der Frage nach Anpassung und Widerstand, Herkunft und Zukunft.« Aviva Berlin

»Offen – für manche vielleicht zu offen – rechnet die seit 1968 in der Schweiz lebende Slowakin mit der Schweizer Angst vor dem Fremden ab.« Freiburger Nachrichten

»In messerscharfer Beobachtung, provokanter Offenheit und lustvoller Übertreibung hält die freche Göre dem sogenannten Gastland – es könnte ebenso gut Österreich oder Deutschland sein – als schein-idyllischer Insel den Spiegel vor, der in sprachvirtuosen Rundumschlägen zum Zerrspiegel wird. Und das tut manchmal weh. Brežná hat sich mit ihrem pointierten Buch über Ankommen, Anpassung und Widerrede einen Platz in der interkulturellen Literatur erschrieben.« Wiener Zeitung

»Dieses weniger als Roman denn als prägnanter, nuancierter Essay zum Thema Migration zu verstehende Buch ist eine kongeniale Lektion nicht nur für Migranten – für sie ganz besonders -, aber auch für jeden anderen, im dauernden Spannungsfeld zwischen Individualität und gesellschaftlicher Zugehörigkeit lebenden Staatsbürger.« SWR2

Zur ausführlichen Rezension auf literaturkritik.de »