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Ferdinando Galiani

Nachrichten vom Vesuv

Übersetzt von Franz Blei, Heinrich Conrad, Fritz Schalk, Werner Tabarelli, Hans Stilett
Ausgewählt, ein- und übergeleitet von Wolfgang Hörner
Mit Vignetten verziert von Kat Menschik

Verlag Galiani Berlin
304 Seiten
feinste Ausstattung
EURO 24,95 (D) / sFr 35,90 / EURO 25,70 (A)

ISBN 978-3-86971-000-6

Leseprobe (PDF) | Über den Autor

»Als hätten sich Plato und Molière zusammengetan.« Voltaire

»Galiani ist unerschöpflich an geistvollen Wendungen und Zügen. Ein Kleinod für Regentage. Ich sagte Madame d’Epinay, wenn man solche Kleinodien bei einem Kunstdrechsler bekäme, würde jedermann auf dem Lande eins haben wollen.« Denis Diderot

Wer glaubt, es gäbe keinen italienischen Lichtenberg, der irrt! Ferdinando Galiani (1728-1787) – der ältere der beiden – wird denn auch oft genug mit dem deutschen Universalgenie verglichen. Nicht nur, weil beide Gnome waren. Nietzsche entdeckte ihn für die Deutschen und Melchior Grimms Worte: »Dieses kleine, am Fuß des Vesuvs geborene Wesen, ist ein wahres Phänomen. Er verbindet mit einem klaren, durchdringenden Blick ein umfassendes, gründliches Wissen, mit dem Scharfsinn des Genies die Heiterkeit und Lustigkeit eines Menschen, der nur amüsieren und gefallen will. Er ist ein Platon mit dem Feuer und den Gebärden eines Harlekin« gelten bis heute.

Die Pariser Gesellschaft war voller Bewunderung für den hochgelehrten Kleingewachsenen: Madame Geoffrin und Madame Necker, heißt es, pflegten ihn auf einen kleinen Hausaltar zu stellen. Schon mit sechzehn machte Galiani die neapolitanische Akademie der Wissenschaften, die ihn beleidigt hatte, durch eine beißende Satire lächerlich. Im Stil der Lobreden, die die Akademie auf verstorbene Mitglieder zu halten pflegte, schrieb er einen Nachruf – auf den eben gestorbenen Stadthenker. Mit 22 Jahre veröffentlichte er das Buch über das Geld, für das er mit einer Pfründe belohnt wurde. Um der Ausschüttung der Gewinne habhaft werden zu können, musste Galiani die niederen Priesterweihen entgegennehmen – so kam es, dass der weltlichen Freuden alles andere als abgeneigte Freigeist als »Abbè Galiani« in die Geschichte einging.

Neben seinen weithin bekannten nationalökonomischen Schriften – darunter sein für Furore sorgender Dialog über den Getreidehandel, der eigentlich eine Studie über die Staatskunst war und an der sich als Korrektor Diderot beteiligte – sollten im Laufe seines Lebens noch Abhandlungen über die Ausgrabungen in Herculaneum und die Gesteine des Vesuv erscheinen.

1759 wurde Galiani dann als Sekretär der neapolitanisch-spanischen Gesandtschaft nach Paris geschickt, wo er durch seine umfassende Gelehrsamkeit und seinen blendenden Witz im Sturm die Salons der Enzyklopädisten Diderot, Holbach, Grimm, d’Alembert, Julie de Lespinasse, Madame Necker, Madame de Geoffrin und vor allem Madame d’Epinay für sich eroberte. In dieser Gesellschaft feierte Galiani Erfolge und blühte auf. Sein Höhenflug wurde 1769 allerdings jäh unterbrochen, als er Opfer eines diplomatischen Unfalls wurde und von seinem Vorgesetzten die Weisung erhielt, Paris binnen vier Tagen zu verlassen. Verzweifelt versuchte der in Neapel mit Ehren überhäufte, aber dennoch kreuzunglückliche Galiani, seine Pariser Freunde durch brieflichen Kontakt an sich zu binden: »Ich bin verdammt, in Verzweiflung zu sterben, wenn meine Freunde mich vergessen.« Seine Aufschreie sind herzzerreißend: »Man hat mich aus Paris gerissen, und man hat mir das Herz aus der Brust gerissen.« »Bis zu dieser Stunde lebte ich nur in Paris und für Paris… Ich versichere Ihnen, ich habe in Neapel kein anderes Vergnügen, als im Geiste nicht hier zu sein.« Galianis Unglück wurde so zum Glücksfall für die Literaturgeschichte: sein über 14 Jahre andauernder Briefwechsel mit den Pariser Freunden ist nicht nur ein wichtiges kulturhistorisches Dokument über die Zustände und Ereignisse in Paris und Neapel, er ist ein Bündel an Witz, Esprit, tiefen Gedanken und tollem Unsinn, das seinesgleichen sucht. Vorliegende Auswahl aus seinen Briefen und Schriften stellt Ferdinando Galiani als glanzvollen Stilisten, genialischen Denker, harlekinesken Clown, melancholischen Grübler und witzigen Alleinunterhalter in all seinem Glanz und all seiner Erbärmlichkeit vor.

Pressestimmen

»Ein großer Aufklärer… sprühend vor Charme, Gift, Intelligenz. Eine schön gemachte, liebevoll kommentierte Auswahl und Einführung, die den Spätsommer mit Gedankenblitzen erhellt.« FAZ

»Die Briefe sind eine einzigartige Mischung aus charmantem Plauderton, Gift, Melancholie, Klamauk und Intelligenz. Böse und spontan ist Galianis Witz, wenn er gegen Neapel, die Jesuiten, die Physiokraten und Rousseaus Erziehungsideal austeilt.« Der Tagesspiegel

»Ein hinreißender verlegerischer Geniestreich, der verdient, zum schönsten, amüsantesten und reichsten Buch des Jahres gekürt zu werden. 304 köstlich geschriebene, sorgsam lektorierte und luxuriös kommentierte Seiten mit hübschen Vignetten.« Sächsische Zeitung

»Man kann Galianis Briefe und Notate aufschlagen, wo man will – meist findet sich etwas Bedenkens- oder Zitierenswertes.« NZZ

»Ein prachtvolles Kompendium, in dem der Geist der Aufklärung leuchtet.« rbb Kulturradio

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