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Ai Weiwei schickt Videogruß zur Eröffnung seiner Fotoausstellung in Berlin

Freitag, 14. Oktober 2011

Er sei glücklich, dass die Schau gezeigt werde und wäre auch selbst gerne gekommen.

Zur Grußbotschaft auf sueddeutsche.de »


Ai Weiwei produziert neue Fotostrecke in New York

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit des chinesischen Künstlers mit dem Fotografen Max Vadukul ziert das Novembercover des W Magazines. Über Skype hat Ai Weiwei die Produktion und Auswahl der Bilder begleitet, nachdem er schon die Storyline für die Fotostrecke vorgegeben hatte.
Auf dem Titelbild des amerikanischen Modemagazins ist das chinesische Model Sui He in Designerklamotten von Alexander Wang zu sehen, die von zwei Männern gegriffen und weggeschleppt wird. Auf den Bildern im Innenteil wird sie festgenommen und abgeführt und zu einem nicht mehr genutzten Areal des Riker Island Gefängnisses gebracht, wo ihre Peiniger ihr beim Duschen zusehen.
Die Fotos orientieren sich an Ais Aufnahmen der Ausschreitungen im Tompkins Square Park (New York 1988). Sie zitieren aber auch seine eigene Verhaftung und Verschleppung an einen geheimen Ort im Frühjahr diesen Jahres.

Homepage des W magazines »

Über die Fotostrecke in der New York Times »


Ai Weiwei zur einflussreichsten Persönlichkeit der Kunstwelt 2011 ernannt!

Donnerstag, 13. Oktober 2011

In ihrer jährlich herausgegebenen Liste der 100 wichtigsten Figuren der zeitgenössischen Kunstwelt (The Power 100) hat die ArtReview an diesem Donnerstag Ai Weiwei an die Spitze der diesjährigen Liste gewählt. In der Begründung wird explizit auf das politische Engagement von Ai in seiner Kunst hingewiesen. Er habe mit seinen Aktivitäten den begrenzten Raum der Galerien und Museen überwunden und dabei und gezeigt wie Kunst die wirkliche Welt erreichen kann:

»Most important of all, Ai’s activities have allowed artists to move away from the idea that they work within a privileged zone limited by the walls of a gallery or museum. They have reminded his colleagues and the world at large of the fact that freedom of expression is a basic right of any human being. In the process, Ai has promoted the notion that art’s real context is not simply ‘the market’ or ‘the institution’, but what’s happening now, around us, in the real world.«

Die chinesische Regierung hat die Begründung scharf kritisiert. Eine Wahl aufgrund politischer Neigungen würde den Zieln und prinzipien der Zeitschrift widersprechen, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Liu Weimin.

In einem Interview mit der dpa nennt Ai Weiwei die Auszeichnung eine Anerkennung für eine Kunst, die eine gesellschaftliche Rolle spielen will. Darüber hinaus zeige die Wahl, dass der Versuch, die normalen Rechte und die einfache Meinungsäußerung des Bürger unter missbräuchlichen Vorwänden einzuschränken, schwer in die Tat umzusetzen sei und nicht akzeptiert werde.

Schon im April diesen Jahres wurde Ai Weiwei vom Time Magazine als einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt genannt.
Nach seinen kritischen Äußerungen über die Zustände in Peking und die Bedingungen seiner Haft in einem in der Newsweek erschienenem Artikel hatte sich Ai kaum mehr an die Öffentlichkeit gewandt. »Ich kann keine Interviews mehr geben, es tut mir leid, aber meine Lage ist nicht sehr gut,« hatte er auf die Frage geantwortet, ob er durch den Artikel unter höheren Druck geraten sei.

Zu Letzt hat sich seine Frau, Lu Qing, gegen eine neue Gesetzesvorlage ausgesprochen, die das Vorgehen der Polizei, Verhaftete an geheimen Orten festzuhalten, legalisieren würde. In einem Protestbrief an das Gesetzeskomitee des chinesischen Nationalkongresses warnte sie, dass der geplante Zusatz zum Strafgesetz Chinas »Fortschritt hin zur Zivilisation verlangsamen« werde, und fügte hinzu, dass es furchtbar sei, nicht zu wissen, wo deine Familie ist. Das Schreiben ist auch auf Ais Google Plus-Account veröffentlicht.

Ab dem 15. Oktober wird eine noch von Ai selbst kuratierte Auswahl von Fotografien aus seiner Zeit in New York im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein. Ai Weiwei in New York – Fotografien 1983-1993
.
Am 2. Dezember wird dort auch eine Solidaritätslesung aus dem verbotenen Blog und den Twitternachrichten von Ai Weiwei stattfinden.



Ai Weiwei in der Presse:

Auch Ai Weiweis Ehefrau darf China nun nicht mehr verlassen

Das ZDF zu Gast bei Ai Weiwei

New York Times: China Seeks $2.4 Million in Taxes

The Guardian: Ai Weiwei ordered to pay £1.5m in tax

Spiegel Online: Ai Weiwei will kämpfen “bis zum Tod”

Deutsche Welle: Ai Weiwei wirft Peking Rufmord vor

Ai Weiwei im Interview mit der dpa

ArtReview – The Power 100


Links zum Thema:

Ai Weiweis »The City: Bejing« auf Newsweek

Ai Weiweis erstes Interview nach seiner Haft, mit der Global Times

Lu Qings Protest gegen die »Strafrechtreform«

Ai Weiwei im Internet:

Ai Weiwei auf Google Plus (meist auf Chinesisch)

Ai Weiwei auf Twitter (meist auf Chinesisch)

Veranstaltungen und Ausstellungen

Ai Weiwei in New York – Fotografien 1983- 1993 Ausstellung im Martin Gropius-Bau, Berlin


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