Die Kunst zu fliehen

Vom Glück sich in kleine Dinge zu versenken und große Kontinente zu entdecken


Freiheit beginnt, wenn man einen Schritt zur Seite tritt.
Letzter Band der Trilogie nach Die Fliegenfalle und Der Rosinenkönig.

Was haben der Puzzlerausch zur Weltwirtschaftskrise, der Kaugummi-Magnat Wrigley und die Idee der Kameltruppen gemeinsam? Im Grunde gar nichts. Außer dass sie in die Kategorie des bezaubernd Abseitigen fallen, von dem der neugierige Forscher und Sammler Fredrik Sjöberg magisch angezogen wird.

In diesem Fall findet er solche und andere kuriose Geschichten am Wegesrand einer Reise auf den Spuren des 1934 verstorbenen schwedischen Aquarellmalers Gunnar Widforss. Dessen spannendes und turbulentes Leben setzt er in Die Kunst zu fliehen wie ein Puzzle zusammen: seine Herkunft aus einer Familie, als hätte Ingmar Bergman sie in Fanny und Alexander nachgeahmt; seine zur Perfektion getriebene Unfähigkeit, mit Geld umzugehen; sein Scheitern in der europäischen Kunstwelt, die gerade de Chirico und andere Modernisten feierte. Und: sein dramatisches Geheimnis, das Widforss in die USA f liehen ließ, wo er am Ende doch zu Ruhm gelangte.

Sjöberg selbst übt sich dabei schreibend in der Kunst der Eskapade und entführt seine Leser immer wieder auf Nebenwege, in fremde Länder und ferne Zeiten. Man folgt ihm staunend und glücklich nur zu gern – wohin auch immer.



Pressestimmen

Sjöberg identifiziert sich mit denen, die nicht beachtet werden. Der Erfolg gibt ihm Recht – auch Leser streben nach Identifikation. Und wer fühlt sich heute nicht wenigstens ab und zu ebenfalls vergessen, verloren? Märkische Allgemeine
Wie der Russe Vladimir Nabokov und der Schwede Tomas Tranströmer ist auch Fredrik Sjöberg ein Insektenfreund. Vielleicht hat er daher diesen Blick für das Besondere – aus dem auch diesmal wieder ein Universum der Sehnsucht und des Scheiterns entsteht. (…) Inzwischen sind Sjöbergs Titel nicht nur ein Markenzeichen, sondern auch zum Suchtmittel für die Sjöberg-Fangemeinde geworden. In ihnen grinst das Erzähler-Ich schelmisch hervor. Auch angesichts des letzten Teils der Trilogie muss vor Sjöbergs Meisterschaft, dem Komplexen ironische Leichtigkeit zu verschaffen, gewarnt werden. Deutschlandradio
Obskure Dinge eben, je entlegener, desto gewinnbringender: Das ist Sjöbergs Credo. Badische Zeitung