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13 Thesen zur Bibel von Martin Urban
- Die Bibel sorgt seit 2000 Jahren für Missverständnisse, und das ist auch so gewollt.
- Die frühchristlichen Deutungen von Texten aus den Büchern des Alten Testaments als Hinweise auf Jesus widersprechen dem historisch-kritischen Befund.
- Jesus ist keinen gottgewollten Opfertod für die Sünden der Menschheit gestorben.
- Jesus hat uns ein Bild Gottes vermittelt, das seit 2000 Jahren den Menschen Hoffnung im Leben und Sterben vermittelt.
- Jesus war kein Christ. Er hat keine Kirche gegründet und keinen Stellvertreter ernannt. Er hat weder einen „Taufbefehl“ noch einen „Missionsbefehl“ erlassen.
- Der „Dreieinige Gott“ ist ein menschliches Konstrukt.
- Ein „Heiliger Geist“ als immaterielle Entität kann nach den naturwissenschaftlichen Energiegesetzen nicht mit dem menschlichen Gehirn kommunizieren.
- Die Trennung von Leib und Seele des Menschen ist ein archaisches Bild, das den Erkenntnissen der Naturwissenschaftler widerspricht.
- Man kann (mit Othmar Keel) einen kreativen Akt als Offenbarung bezeichnen. Da wir jedoch die Natur nicht ermessen können, können wir logischer Weise auch nicht wissen, ob etwas „übernatürlich“ ist.
- Moral ist das Ergebnis einer Evolution vormenschlichen Ursprungs. Jesus war kein „Moralapostel“. Er hat vielmehr in Gleichnissen die Konsequenzen seines Gottesbildes aufgezeigt. Christen können durch ihr Vorbild überzeugen. Mission ist heute jedoch unangemessen.
- Die Kirchen verfügen über kein besonderes Wissen. Sie können redlicherweise Hoffnung verkünden, aber keine Gewissheit. Glaubensgewissheit ist eine individuelle und subjektive Lebenserfahrung.
„Gottesdienst“ ist im Land der Aufklärung heute nur noch für eine winzige Minderheit wichtig; eine natürliche Entwicklung.
- Die Kirchen aller Konfessionen nehmen die Erkenntnisse der Wissenschaftler, selbst die ihrer historisch-kritischen Theologen, nicht zur Kenntnis. Sie sind damit unfähig zum intellektuellen Diskurs geworden. Die Theologie spielt heute in der öffentlichen Diskussion nur noch eine Rolle, weil einige wenige kritische Theologen außerhalb der Kirchen das Wort ergreifen.
- Der Weg der Kirchen führt zunehmend in den wissenschaftsfernen und bildungsfeindlichen Fundamentalismus.
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