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»_Der Assistent der Sterne_ gehört zu den Büchern, die man, einmal angefangen, sofort und unbedingt zu Ende lesen muss! Großartig! Bitte mehr davon!« – schrieb uns begeistert eine Buchhändlerin, der wir das Manuskript des neuen Romans von Linus Reichlin zum Testlesen zugeschickt hatten. Und eine Kollegin: »Endlich ein intelligenter Krimi, der ohne grauenvoll zugerichtete Leichen und fiese Mordmethoden die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite hält.«

Inzwischen ist das Buch erschienen, und mit ihm die ersten, fast schon euphorischen Kritiken. So jubelt Hendrik Werner in Die Welt: »Eine Sternstunde des Genres hierzulande. Weitere mögen bitte folgen!«

Was sind das eigentlich für Bücher, die Linus Reichlin schreibt? Mit ihren hochskurrilen Figuren, ihren verzwickten Plots und ihren philosophischen Volten verzücken sie nämlich auch Leser, die normalerweise Krimis meiden wie der Verbrecher den Fingerabdruck. Vollblütige Krimifans allerdings trifft er auch, denn nicht umsonst hat sein Debüt Die Sehnsucht der Atome den Deutschen Krimipreis 2009 gewonnen!

Schäkern mit dem Irrationalen (Welt online – 26. September 2009)

Zwischen Physik und Philosophie – der neue Krimi von Linus Reichlin (kulturplatz – 23.09.2009)

Krimi-Autor Oliver Bottini über Linus Reichlin: Der Assistent der Sterne aus Anlass der Buchpremiere in Berlin am 16. September 2009, mit Schauspielerin Anna Thalbach

Wenn man sich ein wenig mit Linus Reichlin beschäftigt, wird man schnell merken, dass der Mann mindestens zwei Leben hat. Im ersten war er Schweizer von Geburt und ein überregional renommierter Kolumnist. Als Zeugnisse dieser Karriere werden zwei Bücher von ihm überleben, in denen es um die wesentlichen Themen der Menschheit geht – Kampf dem Orgasmus und Wie man endlich glücklich wird.

In seinem zweiten Leben ist Linus Reichlin Berliner aus Überzeugung und Autor von Kriminalromanen – und auch das sehr erfolgreich. Sein Debüt Die Sehnsucht der Atome, im Februar 2008 erschienen, hat den Deutschen Krimi Preis gewonnen und war für den Glauser-Preis nominiert. Seit wenigen Wochen ist sein zweiter Kriminalroman auf dem Markt, Der Assistent der Sterne, von Galiani Berlin publiziert.

Die Themen aus dem ersten, dem Schweizer Berufsleben – Glück, Liebe, Sex – spielen in Linus Reichlins Romanen zwar eine Rolle, aber jetzt kommen auch andere, ich würde sagen: eindeutig Berliner Einflüsse zum Tragen: Versehrtheit, Schicksalhaftigkeit, tragische und allzu menschliche Fehltritte und natürlich: Verbrechen.

Kennzeichnend für diese Romane ist, dass sich die emotionalen Verstrickungen nicht vor den Augen eines über den Dingen stehenden Kommissars abspielen – Hannes Jensen, der deutsche Polizist, der im belgischen Brügge vor und nach der Frühpensionierung ermittelt, erlebt vieles am eigenen Leib.

Was nicht ohne Ironie ist: Jensen ist Hobbyphysiker und möchte sich am liebsten nur noch mit physikalischen Experimenten in seinem Kellerlabor beschäftigen. Trotzdem oder gerade deshalb erwischt ihn das unkontrollierbare, fiese Leben immer wieder da, wo es am meisten weh tut: in der physikalisch irrelevanten Seele. Irgendwie gelingt es ihm aber meistens doch, im Chaos physikalische Strukturen zu erkennen, und das verschafft ihm wie auch dem Leser eine gewisse Beruhigung.

Ganz abgesehen von der hohen Qualität seines Stils, den originellen, überraschenden Plots, den unverwechselbaren Charakteren leistet Linus Reichlin damit etwas ganz Wesentliches: Er strukturiert und erläutert en passant die chaotische Welt und dreht das Gesetz der Entropie um: Bei ihm entsteht aus der Unordnung Ordnung, nicht umgekehrt. Und selbst wenn die Verbrecher vielleicht mal nicht der gerechten Strafe zugeführt werden können, löst er damit eine der klassischen Grundforderungen des Genres ein: Die Ordnung des Systems wird wieder hergestellt.

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